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ⓘ Dreyßig Jahre aus dem Leben eines Lumpen, is a Lokales Zauberspiel mit Tanz, Gesang und Tableaux in 2 Akten vom Schauspieler Johann Nestroy. Es is 1828 gschrieb ..



                                     

ⓘ Dreyßig Jahre aus dem Leben eines Lumpen

Dreyßig Jahre aus dem Leben eines Lumpen, is a Lokales Zauberspiel mit Tanz, Gesang und Tableaux in 2 Akten vom Schauspieler Johann Nestroy. Es is 1828 gschriebn und aum 20. Dezemba in demsölbn Joahr ois Des Wüstlings Radikalkur oder: Die dreyßig Jahre der Verbannung aum landständischen Theater in Graz easchtmois aufgführt wurn.

De erschte Weana Aufführung woa im August 1829 im Theater in der Josefstadt und nocha mit Ändarunga vom Direkta Carl aum 27. Aprül 1832 im Theater an der Wien untam Titl Die Verbannung aus dem Zauberreiche oder Dreißig Jahre aus dem Leben eines Lumpen. De Weana Fåssung håt – ohgesehgn von Textküazunga – in gleichn Haundlungsåblauf mit fåst desöm Personan.

                                     

1. Inhoit

  • 1. Abteilung Vorspiel: Die Verbannung

Da Longinus kummt von ana Reise durch olle Zaubalända ois unhamlicha Tuanetguat zu sein schwaar enttäuschtn Vodan Pumpf zruck. Sei Valobte, de Urania, wüll eahm drum aa nimma nehma. Da Nocturnus jauckt eahm füa 30 Jahrln in de Menschnwölt, wo ea ois Lump lebn muaß, wås ea owa fia a Riesenhetz hoit.

  • 2. Abteilung Der Rausch

Sei Tant, de wås in Longinus fia an Tugendboild hoit, wüll eahm aun de Banquieurstochta Albertine vaheiratn. Weul ea owa a rechta Lump is, sågn de Tochta und da Voda naa dazua und de Albertine heiratt stått eahm in solidn und tüchtichn Adolf. Da Longinus grapscht mit da Hülf vom Heinrich seina Tant an Båtzn Göld und vazupft si noch London.

  • 3. Abteilung Die Schenke

Zehn Jahrln späda is des gaunze Göld vajuxt und da Longinus a verkråchta Schauspüla wuan, dea wos owa liaba schnorrn geht, ois dass ea se um a Engaschmaunt umschaun tätat. Deretwegn befühlt eahm da Nocturnus, no länga in dera Menschnwölt zbleibn.

  • 4. Abteilung Der Diebstahl

Da Heinrich håt in Longinus in London um s meiste vom gstohlanan Göld bschissn und is a Hotöllier wuan. Da Adolf und de Albertine san mit eahnara Tochta Therese in dem Hotöl ohgstiegn. Da Longinus woar Lohndiena beim Heinrich, dea håt eahm owa ausseghaut, weul ea so stinkfäu woa. Jetztn wüll si da Longinus duach an Diabstohl beim Adolf wieda sanian, wiad dawischt und vahoftt. Da Nocturnus sågt eahm drum, dass ea wegen sein Lebnswaundl no amoi zehn Jahrln ned zruck in de Geistawölt deaf.

  • 5. Abteilung Die Strafe

Da Longinus ois Stråßnkehra da Spott von de Gåssnbuam wurn. Jetzt endli vasteht ea söwa sei vapåtztes Lebn. In da letztn Szene kummt ea ins Geistareich zu sein Vodan zruck und deaf aa de Urania heiratn.

Pumpf: Bist jetzt noch ein Lump? Longinus: Nein Papa, und wenige wärens, wenn sie wüssten, wie weit mans bringt, wenn man 30 Jahre lang ein Lump ist.
                                     

2. Weaksgschicht

In Nestroy sei Vualog woa des riahsöliche Melodram von 1827 Trente ans, ou la vie d’un joueur Dreißig Jahre, oder das Leben eines Spielers vom Victor Henri Joseph Brahain Ducange 1783–1833, des wås aum 18. März 1828 aum Theater an der Wien aufgfüaht wuan is, und zwoa in da Beoawatung vom Johann Wenzel Lembert eigentlich Wenzel Tremler untam Titl Dreißig Jahre aus dem Leben eines Spielers. Dramatisches Gemälde in 3 Abteilungen. Des Originäu is a wülds Effektdrama, von dem da Nestroy nua de Grundidee gnumma håt.

Siebn Monat noch dea Uraufführung vom Lembert sein Stückl in Graz, aum 23. Mai 1828, wo da Nestroy in Gastwirt gspült håt, is sei eiganes komisches Zauberstückl aum 20. Dezemba 1828 aum landständischen Theater bråcht wuan. Des is in Nestroys sei erschtes eigans großs Theaterstückl gwesn, weul Der Zettelträger Papp woar jo nua a klaans Vuagspül. Da Schluss in da letztn Szene mit da aungeblichn Bessarung vom Longinus is owa do ziemli konschtruiert, wo do sunstn da gaunze Inhoit vom Stückl ziemli zynisch s Gegnteul aussågt.

Bei olle Aufführunga in Wean und in Graz håt da Nestroy den Longinus gspült.

                                     

3. Zeidungskritik

De Wiener Theaterzeitung vom Adolf Bäuerle håt aum 15. Dezemba 1831 ois Vuraunkündigung gschriebn:

"Im Theater an der Wien werden die beyden effektreichen Stücke ›Dreyßig Jahre aus dem Leben eines Spielers‹ und ›Dreyßig Jahre aus dem Leben eines Lumpen‹ letzteres von Nestroy auf das Repertoire kommen. Ref. sah Hrn. Nestroy schon vor mehreren Jahren in dieser Parodie und kann ihm die Anerkennung seines, bis zum Erschüttern wahren und natürlichen Spiels nicht versagen."

Da Direkta Carl håt nemli olle zwaa Stückln in sein Programm aufgnumma, so dass beide gleichzeitich aun aan Åbnd zum sehgn woan. Im Lembert-Werk håt da Carl den Spüla Georg von Behlen gebn, dea wås im Nestroy-Stückl zum Lumpen Longinus wuan is.

Nåch da Aufführung håt desölwiche Zeidung aum 2. Mai 1832 globt:

"wir zählen das Stück zu den besten Produkten, welche uns bisher von Hrn. Nestroy bekannt geworden sind."
                                     

4. Literatua

  • Fritz Brukner/Otto Rommel: Johann Nestroy, Sämtliche Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe, erster Band, Verlag von Anton Schroll & Co., Wien 1924.
  • Friedrich Walla Hrsg.: Johann Nestroy; Stücke 1. In: Jürgen Hein/Johann Hüttner: Johann Nestroy, Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Jugend und Volk, Wien/München 1979, ISBN 3-7141-6953-9; S. 107–237, 413–460.
  • Helmut Ahrens: Bis zum Lorbeer versteig mich nicht. Johann Nestroy, sein Leben. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-7973-0389-0; S. 81–82, 110.
                                     

5. Im Netz

  • Dreißig Jahre aus dem Leben eines Lumpen auf nestroy.at/nestroy-stuecke/03 abgerufen am 15. Februar 2014
  • Herbert & Marianne Jacob: Band 5 von Deutsches Schriftstellerlexikon, 1830-1880. Walter de Gruyter, 2011, ISBN 9783-0500-5194-9; S. 75. abgerufen am 15. Februar 2014
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