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ⓘ Der gutmüthige Teufel oder Die Geschichte vom Bauer und von der Bäuerin is ein Zauberspiel mit Gesang und Tanz in 1 Ackt nach einer Volkssage und vamutli vom Jo ..



                                     

ⓘ Der gutmüthige Teufel

Der gutmüthige Teufel oder Die Geschichte vom Bauer und von der Bäuerin is ein Zauberspiel mit Gesang und Tanz in 1 Ackt nach einer Volkssage und vamutli vom Johann Nestroy vafåsst. De Easchtauffüahrung woar anonym aum 20. Dezemba 1851 im Weana Carltheater ois Benefizvuastöllung füan Wenzel Scholz.

                                     

1. Inhoit

  • De Höinszenan san in – meist åbsichtlich skurril greimte – Veas gschriebn, de Szenan auf dar Eadn in Prosa.

Dea påtschate Teife Belzebub håt den Auftråg kriagt, dass innahoib von drei Jahrln a glicklich vaheirats Bauanpaarl duach eahm ausanaunda bråcht wiad. Aun dera Aufgåb is a gscheitat, aa deswegn, weul a peasönliche Gfüih entwicklt håt:

"Aus Privatliebe; das Weiberl hat mirs angetan." Scene 7

Da Luzifer und de Fulminaria haum vua drei Joahr um a zwöifspaunniche Dråchn-Kutschn gwett, ob de Vafüahrung gelingan wiad, wobei de Fulminaria behauptt, es wearat misslinga. Um dees do no zum ändan, schickt da Luzifer in Belzebub zsaumm mit sein Sekretäa Satanas no amoi auf d Eadn zruck. Duatn dakennt da Satanas gschwind, dass de zwaa valiabtn Eheleit schwaa zum ausanaunda z bringan sein wean, drum bitt a de Oide, a beese Hex, dass eahm hüift. De is safuat dazua bereit:

"Die Nächstenlieb ist meine schwache Seiten, wann die lieben Nächsten nicht wärn, man wüßt gar nicht, wem man was anthun sollt." Scene 8

Se måcht de Bäuarin eifasüchtich und redt iah ei, de Untreu von iahn Mau zum ohschneidn: Dazua muass eahm, waunn a schlåft, mit sein Balwiamessa Rasiamessa üwa de Guagl foahn, natüali nua mitn Messaruckn und da Schneid dabei nåch obn, und dazuar a Vataunsa betn. Dem Bauan redt de Oide ei, sei Frau betrüagat eahm mitn Knecht und mecht eahm im Schlåf umbringa:

"So, den Saamen hab ich ausgsäät, s Aufgehn und s Fruchttragn das kommt von selber!" Scene 14

Da Satanas is begeistat üwa de Boshhåftichkeit, da Belzebub is nåch wia vuar üwazeicht davau, zwaa guate Menschn kenntat ma net ausanaundabringa. In an Couplet behauptn de zwaa Teifen eahnare untaschiedlichn Staundpunkt:

Satanas: "Die Menschen sein schlecht, sein schlecht, sein schlecht!" Belzebub: "Die Menschen sein gut, sein gut, sein gut!" Scene 14

Es schaugt so aus, ois waunn da Plan von da Oidn funkteaunian tatat, da Baua datåppt de Bäuarin beim vameintlichn Moadvasuach, mechtat iahn Eakläarungsvasuach üwahaupts net auhuachn und jauckts ausn Haus. Wia da Satanas dera Oidn de vasprochane Belauhnung bringt und de zwaa üwa den Streich låchn, suagt da Belzebub dafüa, dass da Baua zuahuachn kau. Dear dakennt endli sei Bleedheit und kau gråd no sei Frau rettn, de wo aus Vazweiflung ins Wåssa springa mecht. Ea mecht mit seine Dienstbotn und mit de Nåchboan de Oide umbringa, owa se kumman z spät. Da Belzebub hoit si de Oide und foaht mit dera vazweiföt umadum schreiatn und straumplatn Hex in d Höi owe. Da Baua is füar imma bekeaht:

"Wir wollen künftig nie mehr von einander was glauben, als was wir mit eigenen Augen sehen, dann kann uns selbst die Höll nix anhaben!" Scene 33
                                     

2. Weaksgschicht

Da Stoff von dem Weak staummt aus ana reichn voikstümlichn Traditeaun. Des Motiv von da Rasiamessaprob kummt aa im Salzburger Hexenspiel vua, wos olladings im Gegnsåtz zum guatn Ausgaung im Gutmüthigen Teufel mit Moad aun da Frau und Söibstmoad vom Mau endet. Da Hans Sachs håt in sein Der Teufel mit dem alten Weib 1545 des Ausanaundagehn von dem glücklichn Paarl afåch nua duach beese Eiflüstarungan eakläat.

De tåtsächliche Quöin düaftat owa de sagnhåfte Gschicht Der Teufel und ein altes Weib. Eine alte Geschichte neu erzählt vom Karl Herloßsohn sei, de 1846 ois Fuatsetzung in de Fliegenden Blätter Heftnumman 217 und 218 erschienan is. De wichtichstn Motiv aus dera Possn san då drin bereits zum findn. An Untaschied is de in dera Gschicht unglicklich ohgschlossane Haundlung, wäahrend in da Possn vom Nestroy a vasöhnlicha Schluss gfundn wiad.

De Wett im Zauwareich doda in da Höi zwischn in Lucifer und da Fulminaria is vom Nestroy ois Rauhmanhaundlung imma wieda vawendt wuan, wia zum Beispüi in Der Feenball 1833, Der böse Geist Lumpacivagabundus 1833, und aundere Stückln. Trotzdem is sei Uahewaschåft net unbestrittn, weu nämli kane eignhändichn Manuskript oda Vuaroawatn zum findn san. Ois anzicha Beleg güit bishea nua sei Roinbüachl Satanas mit eignhändiche Vameak, bsundas mit da Ausfüahrung von dem Monolog in Szene 27 sowiar aniche Couplettext. Da Franz Carl Weidmann håt olladings in seina Schrift Wenzel Scholz, Erinnerungen Wien 1857, S. 20 no zum Nestroy seine Lebzeitn eahm ausdrücklich ois Autoa bezeichnt.

Des Stückl is aum 20. Dezemba 1851 zsaumman mit da Possn Die schwarze Frau vom mKarl Meislm in ana Benefizvuastöllung füan Wenzel Scholz aufgfüaht wuan. Da Johann Nestroy håt den Satanas, da Alois Grois den Bauarn, de Emma Zöllner die Bäuarin und da Benefiziant Wenzel Scholz den Belzebub gspüit. Es woa des – im Septemba 1857 – de letzte Roin, in dera da Scholz auf da Bühne gstaundn is, bevuar a aum 5. Oktoba 1857 gstuabn is.

Des Stückl is daunn no aum 21. und 28. Dezemba aufgfüaht und eascht nåch ana längan Pause in de beliabtn Kuaz-Possn-Vuafüahrungan vom Karl Treumann wiedarum gspüit wuan, åb 1860 daunn in Treumann sein Theater am Franz-Josefs-Kai Treumann-Theater.

De Origenäuhaundschrift is valuan gaunga, des Zensuabüachl von fremda Haund trågt den Titl Die Geschichte vom Bauer und von der Bäuerin ohne Vafåssaaugåb. Von zweita Haund is da Titl eagänzt wuan mit Der gutmüthige Teufel oder. De Manuskriptkopie, mit an Zensuavameak vom 19. Dezemba 1851, is im Archiv vom Carltheater unta da Bezeichnung Copia Nr. 243½ aufbewoaht gwesn.

Des Souflirbuch Nr. 243 ausn Besitz vom Alois Grois, ebnfois von fremda Haund, trågt den Titl Der gemüthliche Teufel oder Die Geschichte vom Bauer und von der Bäuerinn.

Des anziche eahoitane Manuskript mit eignhändiche Eitrågungan vom Nestroy ist des Roinbüachl vom Satanas; aufn Titlbladl is a Zeichnung Nestroy ois Satanas? und da korregiate Titl Der gutmüthige gemüthliche Teufel oder die Geschichte vom Bauern und von der Bäuerin ; aum End vom Titl is a dicks Kreiz und da Vameak C.T.Nestroi 20/12 51 auff T 18/12 Pbe aubråcht.

Im aumtlichn Repertoa-Büachl vom Leopoldstädter Theater is des Stückl unta Der gutmütige Teufel gfüaht und da Alois Grois ois Vafåssa gnaunnt wuan. Es is zw0a bewiesn, dass da Grois Ändarungan vuagnumma håt, de Autoanschåft vom Nestroy wiad olladings von da Fåchwöit net bezweifet.

A Partetua vom Carl Binder min Titl Lf. Nro 782. Der Gemüthliche Teufel. Musick von Kapellmeister Carl Binder is ebnfois no då. Då drin findn si Auffüahrungsdatn und Besuchazoihn in Binder seina Haundschrift, sowia de späda duachgstrichane Signatua vom Carltheater C.T. 194.

                                     

3. Zeidungskritik

Weu de Uarauffüahrung zum Vuateu füa den in Wean seah beliabtn Komika Wenzel Scholz ståttgfundn håt, is nåch zeitgenössische Bericht da Text von dem Stückl in dera füa de Scholzischn Benefizvuastöllungan üblichn lautstoakn Dulliöh -= guat aufglegtn-Stimmung totäul untagaunga schaug im Kapitl Spätare Fåchkritik. De schlechte Kritik woa drum meglichaweis aa unta dem Gsichtspunkt zum sehgn, dass si vamutlich ka Kritika zwegn dem Läam a wiaklichs Büid håt måchn kenna. Üwaroi globt is de Doastöllungskunst vom Benefizianten und vom Nestroy wuan.

Aum 21. Dezemba 1851 håt des Fremden-Blatt 3. Jg., Nr. 303 a beese Kritik bråcht:

"So sehr wir den Charakter Belzebubs loben müssen, eben so herzlich schlecht finden wir sein Stück, und wir hätten nicht geglaubt, daß in der Teufelsküche zu zähe Speisen gebraten wird."

Der Wanderer håt aum 22. Dezemba Nr. 581 a genauso grausliche Kritik gschriebn:

"das neue einactige Stück ‚Der gemüthliche Teufel‘, dessen Verfasser die Vorsicht beobachtete, ungenannt zu bleiben, hat ein so eclatantes Fiasco gemacht, daß es an Unsinn und Langeweile Alles übertrifft, was die Vorstadtbühnen seit langer Zeit an Schofel gebracht hatten."

De Wiener Theaterzeitung vom Adolf Bäuerle håt ebnfois auf de ungünstichn Umständ bei de Scholz-Benefizvuastöllungan ois Grund füan Duachfoi higwiesn, nennt des Stückl owar aussadem "ein elendes Machwerk" Zitat, des volla Unsinn und Dummheit warat und drum mit Recht auszischt wuan is. Der Österreichische Zuschauer stöit immahin fest, dass da Åbnd duachn Nestroy sei "unverwüstliche Komik vor dem unvermeidlichen Falle" Zitat bewoaht gwesn is.



                                     

4. Spätare Fåchkritik

Beim Otto Rommel wiad üwa de Problem bei de Scholzischn Benefizvuastöllungan und üwan Grund füa de anonyme Auffüahrung vom Gutmüthigen Teufel vameakt:

"Frdr. Kaiser erzählt und viele zeitgenössische Rezensionen bestätigen, daß die Unsitte eingerissen war, die Stücke, welche an Scholz Benefizabenden gegeben wurden, erbarmungslos auszupfeifen, dem Schauspieler aber zu huldigen. So kam es, daß kein Autor von Ruf mehr ein Stück für Scholz Benefizabende hergab, und Scholz sich mit dem elendesten Stoppelwerk zufrieden geben mußte. Auch Nestroy mochte seinen Namen nicht auf den Theaterzettel eines Scholzischen Benefizstückes setzen."

Da Rommel füaht übrigns in Hans Sach sei Der Teufel und das alte Weib ois Vualåg füan Nestroy sei Weak au.

Da Helmut Ahrens nennt des Stückl "als Zauberspiel ausgegebenes Possentreiben" Zitat. Da Nestroy hättat si wiedarum amoi sei Roin ois Untagebana, ois Diena aufn Leib gschriebn, waunn ar ois Satanas ironisch maant:

"Und trotz meiner hohen Stellung als Sekretär" Scene 1

Bsundare Wiakung hättat des Couplet in da 15. Szene zwischn dem laungan, üwaschlaunkn Nestroy und dem klanan, dickn Scholz ghåbt.

Da Siegfried Diehl nennt des Kapitel, in dem a den "gutmüthigen Teufel" behaundlt, "Zauberreich des Skeptikers". Es warat de Demontasch von dera vameintlichn jenseitichn Wöit, in dem Foi von da Höi, damits ois gaunz menschliche Eirichtung mit iadische Bräuch und Sittn parodiat wean kau. De eigntliche Moräu üwa de schädlichn Foign von an leichtfeatichn Owaglaubn tät si daduach in a varruckt-witziche Sichtweis vakeahn.

                                     

5. Literatua

  • Helmut Ahrens: Bis zum Lorbeer versteig mich nicht. Johann Nestroy, sein Leben. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-7973-0389-0.
  • Otto Rommel: Nestroys Werke. Auswahl in zwei Teilen, Goldene Klassiker-Bibliothek, Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin/Leipzig/Wien/Stuttgart 1908.
  • Hugo Aust Hrsg.: Johann Nestroy, Stücke 30. In: Jürgen Hein/Johann Hüttner/Walter Obermaier/W. Edgar Yates: Johann Nestroy, Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe. Franz Deuticke Verlagsgesellschaft, Wien 2001, ISBN 3-216-30348-9.
  • Fritz Brukner/Otto Rommel: Johann Nestroy, Sämtliche Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe, vierzehnter Band, Verlag von Anton Schroll & Co., Wien 1930.
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